Paarungen (Copula) außerhalb der Verstecke von Heloderma sind bisher nicht beobachtet worden. Eine Eiablage wurde lediglich in einem Fall dokumentiert und veröffentlicht (Lit. 20). Wann die Jungtiere schlüpfen, ist bisher unbekannt. Da Jungtiere (Schlupfgewicht 30-40 g) nur ab Ende April gesehen werden, die Eiablage aber im Juli/August stattfindet, kann nur spekuliert werden, daß sie entweder im Herbst schlüpfen und sofort in den Winterschlaf gehen, oder daß der Embryo weitentwickelt noch im Ei überwintert und im Frühling schlüpft (Lit. 21).
In Terrarienhaltung
Nachzuchten werden frühestens im dritten Lebensjahr geschlechtlich aktiv. Männliche Tiere sind mit einer Rumpflänge von ca. 22 cm und weibliche Tiere mit ca. 24 cm geschlechtsreif (Lit. 22). Voraussetzungen zur Nachzucht sind ein mindestens dreimonatiger Winterschlaf und eine Kopulation innerhalb der Ovulationszeit der Weibchen. Bei den männlichen Partnern müssen die Spermien vollentwickelt und reif sein.
Die Eiablage erfolgt zum richtigen Zeitpunkt, wenn die weiblichen Tiere einen geeigneten Ablageplatz angeboten bekommen (Lit. 23). Die Gelege bestehen durchschnittlich aus 4-5, bei günstigen Bedingungen maximal aus 7 Eiern. Die Eier werden möglichst bald nach Ablage in einen Brutschrank gebracht. Obwohl die Eier entfernt worden sind, häuft das Weibchen über der Ablagestelle Sand an. Es bleibt einige Tage auf diesem Hügel liegen, um das vermeintliche Gelege zu bewachen und zu verteidigen.
Weibliche Monster bewachen ihre Eiablagen
Die Inkubationszeit der Eier beträgt je nach Temperaturvorgabe 134 - 155 Tage (ca. 5 Monate!). Die Emryonen sind im Ei über eine Nabelschnur mit ihrem Dottersack verbunden. Zwei bis drei Wochen vor dem Schlupf dellen die Eier meistens ein; das Jungtier benötigt ca. 48 Stunden für seinen Schlupf. Während dieser Zeit wird der Dottersack komplett mit Nabelschnur in die Bauchhöhle des Schlüpflings eingezogen und als Nahrung resorbiert (Lit. 24,25,26,27,28,29,30).
Die folgenden Bildserien geben Beispiele des Reproduktionszyklus.
Fortpflanzung (Kopula) zweier unterschiedlicher Paare, jeweils mit rechtem und linkem Hemipenis.
Zu Beginn der Paarungszeit streifen die männlichen Tiere ihre Hemipenishäute ab. Das männliche Tier schiebt seine Schwanzwurzel unter das Weibchen, um einen seiner Hemipenisse einzuführen. Die Kopulation dauert durchschnittlich 2,5 Stunden.
Ausgestülpter Hemipenis beim Kopulationsversuch
Abgestreifte Hemipenishäute zu Beginn der Paarungszeit
Überschüssiges Sperma kurz nach der Kopulation
Ausgestülpte weibliche Kloake
Die weiblichen Tiere scheinen bestimmte Männchen zu bevorzugen. Stimmt die "Chemie", erfolgt sehr schnell die Paarung. Andernfalls ist das Weibchen erst nach stundenlangem Werben durch das männliche Tier zur Kopulation bereit oder es wehrt sich unter anderem durch Verbeißen völlig gegen das Männchen.
Darstellung eines kompletten Reproduktionszyklusses: Kopulation, Totalhäutung, Eiablage, Schlupf der Nachzuchten.
Durchleuchten von fertilen Eiern kurz nach Eiablage
Video
Nach 4 Mo. Inkubation: Embryo mit Blutgefässen
Vitalitätskontrolle: Messung und Darstellung der Herzfrequenz ungeschlüpfter Heloderma Embryos (Avitronics, Buddy Digital Egg Monitor)
Größenvergleich zwischen zwei frischgeschlüpften und zwei einjährigen Tieren. Bei Schlupf durchschnittlich 35 Gramm, nach einem Jahr durchnittlich 380 Gramm.
Reproduktionszyklus
Kontrolle des Reproduktionduktionszyklusses mittels Sonografie und Radiologie.
9.3.06
Angelegte Follikel
9.3.06
Angelegte Follikel
16.5.06
Entwickeltes Ei
16.5.06
Entwickeltes Ei
Anfang Juni 2006
22.06.06 Ei in Rückresorbtion?
20.10.06 Neue Follikel bilden sich für den nächsten Reproduktionszyklus
20.10.06 Röntgenaufnahme Keine Eier darstellbar*
* Bemerkenswert ist die Darstellung der zahlreichen Osteoderme ("Knochenhöcker") in der Haut.
Darstellung und Vermessung entwickelter Eier ca. 3 Wochen vor der erwarteten Ablage.
Kommentkämpfe
Der Kommentkampf (Combat) ist ein ritualisiertes Kräftemessen von männlichen Krustenechsen während der Paarungszeit. Das dominierende Männchen wird von weiblichen Tieren zur Paarung bevorzugt (Lit. 31).Beispiele aus einem Kommentkampf zweier männlichen Tiere (viele Bilder sind mit Videosequenzen verbunden).
Aus der Bilderserie ist zu ersehen, dass das weibliche Tier Interesse bekundet und die Nähe der männlichen Tiere sucht. Einige Bewegungsabläufe während des Combat ähneln den Positionen mit welchen Männchen ein Weibchen umwerben. Anderseits kann ein Männchen, wenn es die Paarung erzwingen will, bei der Werbung ein ähnlich agressives Verhalten wie im Combat zeigen. Daher ist für den Betrachter eine Verwechslung von Combat und Werben möglich.
Werbungsverhalten
Zum Vergleich mit dem Combat folgen Bilder und Videosequenzen aus dem Werbungsverhalten.